YES, SIR. - Dark is the colour (BKC 1)


DARK ROMANCE
DUNKEL ist das Herz, das in der Finsternis schlägt.
Doch nichts ist so dunkel wie die Dämonen, die in den Abgründen deiner Seele lauern.
Und der Schmerz ist die einzige Wahrheit in diesem Nebel.

Leyla ist hungrig.
Lennox könnte sie füttern.
Doch das Spiel um Dominanz und Unterwerfung ist gefährlich.
Denn manchmal weckt es auch andere Gefühle...

Bist du bereit, dich der Dunkelheit zu stellen?
Dann steig hinab in den KELLER des BLACK KITTEN CLUBS!

Lennox
Dunkle Erinnerungen verfolgen mich in meinen Träumen. Mein Gleichgewicht ist wackelig. Nur im Keller, wo die Hardliner spielen, finde ich zu mir selbst. Deshalb habe ich Angst vor Leyla. Sie zieht mich an, aber ihre Perfektion und Unschuld könnten mich zerstören. Kann es für ein Ungeheuer so etwas wie Liebe geben?

Leyla
Mein gebrochenes Herz hat mich zu einem Schatten meiner selbst werden lassen. Doch unversehens kümmert sich ausgerechnet der härteste Dom des Clubs um mich. Mit seiner Unberechenbarkeit macht Lennox mir Angst, aber gleichzeitig sorgt er besser für mich als jeder andere Mann vor ihm. Er weckt in mir eine finstere Erregung und führt mich an die dunklen Orte, die mich schon immer heimlich angezogen haben. Doch welches Leid verbirgt er vor mir?

Dieser Roman enthält explizite Liebesszenen und eine dem Genre DARK ROMANCE entsprechende Sprache und Thematik.

Teil 2 der Reihe „The Black Kitten Club“. Jeder Band ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, jedoch tauchen die Protagonisten aus den vorigen Teilen wieder auf.
Band 2: LENNOX und LEYLA

 

Leseprobe:

 

Die Hoffnung, mich wenigstens mit der neuen Staffel meiner Lieblingsserie ablenken zu können, treibt mich zur Tür. Eilig wische ich mir mit dem Ärmel die Tränen von den Wangen und spähe durch das Guckloch. Und erstarre.

Denn dort steht nicht der alte Mr. Bradshaw von nebenan. Dort steht Lennox „The Knife“ MacNeil! Seine an den Seiten kurz rasierten, blonden Haare sind oben auf dem Kopf kinnlang und er hat sie zu einem hohen Hahnenkamm gestylt. Sein sonst sportlicher Look wird dadurch mit einem Mal punkig und extravagant. Sein Blick ist grimmig. Der finstere Irokese trägt einen schwarzen Trenchcoat und hat die Arme vor der Brust verschränkt. Für einige Sekunden starre ich ihn an, als wäre er eine Fata Morgana. Dann öffne ich zögerlich die Tür.

„Lennox?“, krächze ich heiser und bemerke die große Papiertüte vom Dishoom in seiner Hand.

Der härteste Dom des Black Kitten Clubs steht mit indischem Essen vor meiner Wohnungstür? Was hat das zu bedeuten?

„Heulst du, Mylady?“, fragt er und kommt einfach unaufgefordert herein.

„Äh, nein“, murmele ich eilig. „Ist etwas mit Rigga?“

Lennox dreht sich zu mir um und mustert mich prüfend.

„Nein“, antwortet er. „Was soll denn mit ihm sein?“

Ich räuspere mich. Oh Gott, ist das unangenehm!

„Na ja, weil, ich weiß auch nicht, ich dachte, weil du… warum sonst… also“, stottere ich unbeholfen. Lennox fixiert mich mit seinen stechenden Augen. Er trägt einen schwarzen Rollkragenpullover und enge, schwarze Jeans, dazu grobe, hochgeschnürte Springerstiefel. Ein düsterer und verdammt heißer Punk, der in der beschaulichen Idylle meines Flurs so unwirklich und irritierend auf mich wirkt, dass ich ihn einfach nur anstarre.

„Mach die Tür zu“, sagt er unbeeindruckt und geht einfach in die Küche.

Eilig schließe ich die Wohnungstür und gehe ihm hinterher. Was auch immer dieser Besuch zu bedeuten hat, ich sollte jedenfalls versuchen, mich nicht wie der letzte Trampel zu benehmen.

„Tut mir leid, dass es etwas unordentlich ist“, beginne ich. „Ich bin gerade erst nach Hause gekommen und hatte noch keine Zeit aufzuräumen und…“

Lennox stellt die Papiertüte auf den Tisch.

„Pack die Sachen aus“, unterbricht er mich, zieht sich den langen, abgewetzten Mantel aus und wirft ihn achtlos über einen Stuhl. „Deine Wohnung interessiert mich nicht, Leyla. Ich bin wegen dir hier“, fährt er dann fort.

Mit einem Becher Chai Latte in der Hand wende ich mich von der Tüte ab und schaue ihn an.

„Wegen mir?“, frage ich leise.

Eigentlich eine blöde Frage, denn natürlich ist er nicht gekommen, um das Zimmer zu besichtigen, das seit dem Auszug meiner Mitbewohnerin leer steht. Len lässt sich auf einen Stuhl fallen, streckt die Beine aus und legt die Füße übereinander.

„Weil ich dir deinen Tee weggenommen hatte“, antwortet er. „Kam mir im Nachhinein etwas unhöflich vor.“

Ich muss lachen. Dass Wort „unhöflich“ aus dem Mund eines Mannes zu hören, der seinen Subs ins Gesicht uriniert, wenn ihm der Sinn danach steht, ist wirklich mehr als komisch.

„Oh, das wäre doch nicht nötig gewesen“, entgegne ich vergnügt und merke zu meinem Erstaunen, dass meine Laune sich durch diesen unerwarteten Besuch schlagartig verbessert hat. „Es war mir eine besondere Ehre, dem Herrn des Kellers einen Chai ausgeben zu dürfen!“

Lennox streicht sich über seinen blonden Vollbart und mustert mich mit unbeweglichem Gesicht.

„Du bist ja immer noch nicht fertig“, meint er missbilligend, steht auf und reißt die Papiertüte kurzerhand auf. Es befinden sich mehrere Behälter mit warmem Essen darin.

Wieder knurrt mein Magen, was mir unheimlich peinlich ist. Len hat es natürlich auch gehört. Kurz fällt mir Rigga ein, der immer gesagt hat, einer Sub dürfte vor ihrem Dom nichts peinlich sein. Aber ich bin nicht Lens Sub! Von daher ist es wohl gerechtfertigt, dass ich ein wenig rot werde.

„Ich sagte ja, du musst mehr essen“, meint mein Gast ungerührt und macht eine der Packungen auf.

„Hinsetzen“, befiehlt er dann und ich lasse mich prompt auf dem nächstbesten Stuhl nieder. Len zieht sich mit dem Fuß ebenfalls einen Stuhl heran und setzt sich direkt vor mich. Eigentlich müsste ich Geschirr und Besteck aus dem Schrank holen. Eine Tischdecke. Aber er hat gesagt, ich soll mich hinsetzen und sein Tonfall klang nicht so, als wenn es andere Wahlmöglichkeiten gibt. Ich bin auf eine merkwürdige Art aufgeregt, ohne wirklich zu wissen, warum.

Nachdem er eine in Plastik verschweißte Gabel ausgepackt hat, taucht er sie in das köstlich duftende Hühnchen-Curry.

„Mund auf“, lautet seine nächste Anweisung.

Es ist ungewöhnlich, dass ein entfernter Bekannter einfach bei mir hereinplatzt und ohne viele Worte zu verlieren anfängt, mich zu füttern. Aber ich kann nicht protestieren. Seinem Blick habe ich nichts entgegenzusetzen. Er ist nicht einmal streng, nur bestimmt. Es gibt einfach keine Alternative. Er ist der Meinung, ich muss mehr essen, also füttert er mich. Das ist wohl die Logik eines Lennox MacNeil.

Also öffne ich den Mund und er steckt mir eine Gabel voll Curry hinein. Er beobachtet aufmerksam, wie ich kaue, und als ich danach ein paar lobende Worte über das schmackhafte Essen verlieren will, bekomme ich gleich die nächste Gabel. Nachdem das vielleicht eine oder zwei Minuten so weitergegangen ist, greift er nach dem Becher mit Chai und macht den Plastikdeckel ab. Zunächst nimmt er einen Schluck. Als ich merke, dass er aber nur probieren wollte, ob er noch zu heiß ist, muss ich lächeln. Der Herr des Kellers ist fürsorglich! Ich lasse zu, dass er mir den Becher mit der heißen Flüssigkeit an die Lippen führt und trinke einen Schluck. Dann noch einen.

Tatsächlich fühlt es sich gut an, etwas Warmes in den Magen zu bekommen. Len bewegt sich ruhig und sicher und meine Aufregung verschwindet. Fast kommt es mir normal vor, wie ein kleines Kind gefüttert zu werden. Diese ganze Situation ist auf eine merkwürdige Weise wunderschön.

„Und was ist mit dir?“, frage ich irgendwann, weil Lennox selbst noch gar nichts gegessen hat.

Er nimmt eine Serviette und tupft mir den Mund ab, bevor er mir wieder einen Schluck Chai gibt.

„Das, Prinzessin, wirst du mich nie wieder fragen, verstanden?“, erwidert er dann ruhig. „Wenn ich etwas will, dann nehme ich es mir. Das muss nicht deine Sorge sein.“

 

 

 

 

 



LESEPROBE:

 

Ich habe ihre Fesseln gelöst und halte sie, während sie schnell atmend und verschwitzt langsam wieder zu sich findet. Es war eine anstrengende Session, vor allem für sie. Obwohl ich Leylas wunderhübschen Körper so dicht an meinem spüre, mit meinen Händen ihre Haut und ihr Haar liebkose und ihren Duft einatme, habe ich auch dieses Mal wieder keine Lust, mit ihr zu schlafen.

 Es ist dunkel im Studio. Nur die schwarzen Kerzen in dem alten Kronleuchter brennen und tauchen einen Teil des Raums in ihr flackerndes, weiches Licht. Die Decke und die Wände verschwinden in den Schatten der Finsternis, so dass wir uns ebenso gut in einer einsamen Wüste oder in einem dunklen Wald befinden könnten, anstatt hier im Club.

 Genauso fühle ich mich auch. Allein in der Einöde. Ohne Wasser, ohne Leben, ohne Hoffnung, obwohl ich in Wirklichkeit eine schöne Frau in den Armen halte. Aber dieser Körper, der an meine Brust gekuschelt atmet, scheint aus Staub zu sein, so nichtig fühlt er sich an.

 Leylas Finger tasten nach meinem Gesicht. Sie streichelt mich, reckt sich sogar ein wenig, um mich küssen zu können, aber ich halte sie mit sanfter Bestimmtheit in ihrer Position, greife nach ihren Hände und drücke sie hinunter. Ihren Orgasmus habe ich ihr gern geschenkt, im Laufe des Abends waren es sogar mehrere, aber ich bringe es nicht fertig, selbst mit ihr zu spielen.

 Es ist merkwürdig. Meine Rolle in unserer Beziehung ist eindeutig der aktivere Part, sei es nun als Rigger oder als Dom, aber obwohl ich sie erfülle, diese Rolle, ziehe ich mich persönlich immer weiter zurück.

 Wer bin ich noch?

 Einen echten Namen habe ich schon lange nicht mehr.

 Hatte ich jemals einen?

 Leyla leidet darunter, dass ich ihr meine Nähe versage. Ich leide selbst darunter.

 Die Dunkelheit, in der unsere Kerzen flackern, scheint sich immer enger um uns zu drängen.